NFT Restaurant: Die digitale Spezialität des Hauses

Autor: Lukas Mayrhofer

New York City ist nicht nur die Stadt, die niemals schläft, sondern auch ein Mekka für Digital Natives und urbane Innovationen. So ist es auch nur logisch, dass in der amerikanischen Millionenmetropole im ersten Halbjahr 2023 das weltweit erste NFT-Restaurant mit einem raffinierten Konzept und Starköchen hinter dem Herd seine Pforten öffnen soll.

Nein, der Flyfish Club hat nichts mit einem Angler-Verein zu tun – auch wenn der Name es vielleicht etwas suggeriert. Viel eher soll dem anspruchsvollen New Yorker Publikum ein Fine-Dining-Club der Extraklasse mit Fokus auf hochwertigen Meeresfrüchten geboten werden. Durch eine Cocktail Lounge und einem Main Dining Room, dem Herzstück des Lokals mit 150 Plätzen samt offener Küche, soll auf rund 1.000 Quadratmetern ein neuartiges Restaurant-Erlebnis kreiert werden. Du denkst dir jetzt vielleicht, dass es doch wohl auch jetzt schon das ein oder andere fancy Restaurant mit Krustentieren und Cocktails im Big Apple geben wird. Das mag schon sein, aber der Flyfish Club ist ein Haus mit einem extraordinären Geschäftsmodell, denn schließlich hat nicht jedermann Zutritt dazu.

Der vor allem in den Vereinigten Staaten bekannte Business-Angel und Unternehmer Gary Vaynerchuk und sein Team bieten nur rund 3.000 exklusive Mitgliedschaften für ihren Dinnerclub mit einem stattlichen Preis zwischen 2,5 und 4,35 Ethereum (mehrere tausend Euro) an. Die Kunden erhalten ihre Mitgliedschaft via NFTs. Dabei kann zwischen zwei Modellen gewählt werden: dem Flyfish (FF) oder dem extravaganteren Flyfish Omakase (FFO) mit einer stark limitierten Auflage. Mit der ersten Option hat man Zutritt zu der Cocktail-Area, dem allgemeinen Restaurant und anderen Events sowie Pop-ups. Mit dem hochpreisigeren FFO erwirbt man neben den bereits genannten Leistungen, die Möglichkeit in den Omasake-Room zu gelangen. Das ist ein privater Raum mit 14 Sitzgelegenheiten und verschiedensten frischen Seafood-Spezialitäten aus Japan. Mitte Dezember des vergangenen Jahres wurden schon aus Investoren und anderen Wegbegleitern des Restaurants die ersten Mitglieder.  Am 7. Jänner 2022 wurde dann dem öffentlichen Publikum, das mindestens 21 Jahre alt sein musste, die erste große Tranche an Token angeboten und diese war innerhalb von nur wenigen Augenblicken vergriffen. Auf diese Art und Weise wurden schon mehr als 1.000 Mitgliedschaften in der Höhe einer zweistelligen Millionensumme an die zukünftigen Gäste gebracht.

Sobald man das Flyfish-NFT besitzt, kann man auch Reservationen tätigen. Nicht-Mitglieder können nur in das Lokal gelangen, wenn sie Gast von einem Mitglied sind. Bis zu 5 Gäste können mit dem FF-Modelll eingeladen werden. Wer nicht mehr Teil vom Flyfish Club sein möchte, kann seine Membership über den Sekundärmarkt wie zum Beispiel OpenSea weiterveräußern. Wer auf Urlaub oder aus anderen Gründen nicht in der Stadt ist, soll sie auch verleihen können. Das geplante Lifestyle-Lokal in Manhattan zielt auf eine zahlungskräftige Kundengruppe ab, die sowohl die asiatische Küche als auch neue digitalen Möglichkeiten schätzen. Bis zur offiziellen Eröffnung im nächsten Jahr sind einige Veranstaltungen wie private Omakase Tastings, Weinverkostungen mit dem Eigentümer oder Pop-Ups geplant. Vaynerchuk und seine VCR-Gruppe glauben fest an dieses Konzept und erwarten, dass diesem noch einige andere Gastronomiebetriebe folgen werden.

In eine ähnliche Richtung gehen die Überlegungen der Betreiber von sogenannten NFT-Foodhalls, bei denen Gastronomen möglichst simpel in die Welt des Metaverse eintauchen können.

Wer nicht  ganz so weit in die Ferne blicken will, der entdeckt auch in der heimischen Lebensmittelbranche ein ganz besonderes tokenisiertes Projekt. Die Wiener Traditionsbäckerei Ströck hatte Anfang März 2022 für alle Liebhaber der österreichischen Süßspeisen ein besonderes Zuckerl im Angebot: einen Krapfen als NFT. Gemeinsam mit der Firma KryptoWiener brachte das Familienunternehmen den etwas anderen Faschingsklassiker auf den digitalen Markt. Daran wollte Ströck aber nicht groß verdienen – immerhin wurden die Erlöse an das SOS Kinderdorf weitergereicht. Somit lässt sich schon erkennen, dass immer mehr nationale und internationale Betriebe im Lebensmittelhandel und in der Gastronomie verstärkt auf die Blockchain-Technologie und ihre vielschichtigen Einsatzmöglichkeiten setzt.

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